Gentechnisch veränderte Baumwolle

Baumwolle (Gossypium sp.) ist die mit Abstand wichtigste Pflanzenfaser für die Textilindustrie.

Der Anteil der gentechnisch veränderten Baumwolle am weltweiten Baumwollanbau beträgt inzwischen über 70%, in Ländern wie den USA, Indien, Pakistan oder China liegt der Anteil bei über 90%.

Gleichzeitig ist ein kontinuierlich wachsendes Interesse an ökologisch produzierter Baumwolle – und damit der Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik –  zu verzeichnen.

Lebens- oder Futtermittel, die als „Bio“ oder „Öko“ gekennzeichnet  werden sollen,  müssen den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung  (EG) Nr. 834/2007  genügen, was die Verwendung von  gentechnisch veränderten Organismen ausschließt.

Rohbaumwolle fällt prinzipiell ebenfalls unter diese Regelung, nicht jedoch, wenn sie zur Herstellung von Textilien eingesetzt wird.

Dies kann zu Unsicherheiten führen, zumal  verschiedene internationale Standards die Verarbeitung  von gentechnisch veränderter Baumwolle in Öko-Textilien verbietet.

Natürlich sind unbeabsichtigte Vermischungen von ökologisch angebauter und gentechnisch veränderter Baumwolle im Zuge globaler Warenströme kaum zu vermeiden. Aber auch absichtliche Vermischungen können angesichts des deutlich höheren Preises für ökologische Baumwolle nicht ausgeschlossen werden.

 

Bereits seit 1998 beschäftigen wir uns systematisch mit  DNA-analytischen Methoden,  gentechnisch veränderte Baumwoll-Linien identifizieren zu können.  Wir haben unsere Analytik so weit ausgebaut, dass nicht nur alle bekannten, sondern auch viele unbekannte Linien identifiziert bzw. detektiert werden können.

Von besonderer Wichtigkeit ist die Unterscheidung zwischen  geringsten Spuren gentechnisch  veränderter Baumwolle und  höherprozentigen Anteilen. Wir führen die dafür notwendigen quantitativen Messungen durch, was nur durch den Einsatz modernster PCR-Technologie sowie langjährige Erfahrung  möglich ist.

Wir empfehlen, unbehandelte oder wenig prozessierte Baumwollfasern zu untersuchen, da einige der in der Textilverarbeitung üblichen Veredelungsschritte  zu analytischen Einschränkungen führen können.